Wie Server gehackt werden
Fast alle Einbrüche laufen nach demselben Muster ab. Ein Bot durchsucht rund um die Uhr das Internet, findet einen Server mit offenem SSH oder RDP und beginnt, Passwörter durchzuprobieren. Ist das Passwort einfach oder bereits durchgesickert, dringt der Bot ein, nistet sich auf dem Server ein und nutzt ihn für eigene Zwecke, zum Beispiel für Mining, den Versand von Spam oder Angriffe auf andere Netze.
Die gute Nachricht ist, dass schon wenige einfache Schritte davor schützen. Wir haben sie in einzelne Anleitungen aufgeteilt, und jede davon lässt sich in 10–15 Minuten umsetzen.
Der erste Schritt – sichere Passwörter
Schützen Sie zuallererst den Zugang zum Kundenbereich und zum Server selbst. Für die Passwörter zum Kundenbereich, zu root, zu Datenbanken und zu allen Verwaltungspanels halten Sie sich an ein paar einfache Regeln.
- Länge ab 16 Zeichen, besser 20 oder mehr;
- am besten eignet sich eine lange Phrase aus 4–6 zufälligen Wörtern oder eine zufällige Zeichenfolge aus einem Passwortmanager;
- für jeden Dienst ein eigenes Passwort, verwenden Sie dasselbe Passwort nirgends ein zweites Mal;
- wenn ein Dienst Ziffern und Sonderzeichen verlangt, fügen Sie diese hinzu, kürzen Sie das Passwort dafür aber nicht.
Am bequemsten bewahren Sie Passwörter in einem Passwortmanager auf, dann müssen Sie sie sich nicht merken.
Schutzplan in Schritten
Arbeiten Sie die Anleitungen der Reihe nach ab, denn schon die ersten drei Schritte wehren den Großteil der realen Angriffe ab.
- Anmeldung per SSH-Schlüssel und ein eigener Benutzer – der wichtigste Schritt, danach lässt sich das Passwort zu Ihrem Server nicht mehr erraten.
- Firewall – wir schließen alle Ports außer den benötigten.
- Automatische Sicherheitsupdates – der Server schließt bekannte Sicherheitslücken selbst.
- SSH-Port ändern – hält den Großteil der Bots aus den Protokollen fern.
- Fail2ban – sperrt automatisch alle, die Passwörter durchprobieren.
- Backups – die Absicherung für den Fall, dass doch einmal etwas schiefgeht.
Wenn Sie einen Windows-Server haben
Die Anleitungen oben sind für Linux geschrieben. Auf einem Windows-Server kommt es vor allem auf ein langes, einzigartiges Administratorpasswort und einen für Fremde gesperrten Remotedesktop (RDP) an. Am besten erlauben Sie in der Windows-Firewall Verbindungen zum RDP-Port nur von Ihrer eigenen IP-Adresse. Wie Sie sich mit einem Windows-Server verbinden, erklären wir im Artikel über den Remotedesktop.
Wenn Sie den Zugang zum Server verloren haben
Keine Panik. In der Serverliste im Kundenbereich gibt es die Schaltfläche Console, über die sich der Server direkt im Browser öffnet, selbst wenn SSH nicht erreichbar ist. Von dort aus können Sie eine missglückte Einstellung rückgängig machen. Wenn das nicht klappt, schreiben Sie uns ein Ticket, und wir helfen Ihnen weiter.
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